Interdisziplinäre
Zusammenarbeit

Symposium

Revival of Places

Routinen und Orte in vorübergehender
räumlicher Nähe für die Wissensgenerierung

Das Symposium verfolgt als zentrales Ziel, den Aufbau einer interdisziplinären community von Nachwuchswissenschaftlern (Post-Doktoranden und Doktoranden), die in ihren Forschungsarbeiten einen Schwerpunkt auf die Rolle zeitlich befristeter räumlicher Nähe im Rahmen von Prozessen der Wissensgenerierung und bei Prozessen des Wissenstransfers gelegt haben.

Das geplante community building setzt Interaktion und Austausch voraus. Aus diesem Grund bedient sich das Symposium interaktiver Formen der Wissensteilhabe, wie Paper-Pitches, Science-Labs oder eines akademischen Speed-Datings.

Thematischer Hintergrund

Bei der Analyse von Wechselwirkungen zwischen Raum und sozioökonomischen Prozessen wird in der Wirtschaftsgeographie traditionell der Fokus auf Vorteile räumlicher Nähe für Produktionsprozesse gelegt. Dieses Agglomerationsparadigma wurde zwar mit dem Aufkommen neuer Technologien (bspw. durch das Internet) nicht obsolet, hat sich aber in seiner Argumentation verändert. Sozioökonomische Prozesse werden heute von Informations- und Kommunikationstechnologien unterstützt und führen zu globalen Netzwerken. Dennoch lässt sich empirisch eine räumliche Konzentration für viele sozioökonomische Funktionen, insbesondere für wissensintensives Arbeiten, nachweisen.

Wissen verändert sich stetig und die Schaffung von Wissen wie auch die Teilhabe am Wissen anderer wird durch ein dynamisches Wechselspiel zeitlich befristeter Phasen der Ko-Lokation und Phasen der konzentrierten, individuellen Arbeit ermöglicht. Wissensintensives Arbeiten geht einher mit veränderten Routinen, neuen organisatorischen Lösungen der Zusammenarbeit und neuartigen (temporären) Akteurskonstellationen. Räume für eine zeitlich befristete Zusammenarbeit werden sowohl in Wirtschaftsroutinen eingebettet, aber auch explizit für das Verlassen von routinierten Tätigkeiten eingerichtet.

So belegen gesellschaftswissenschaftliche Arbeiten, beispielsweise aus der Geographie, der Soziologie, den Organisationswissenschaften oder den Kulturwissenschaften, dass Orten in der Wissensökonomie eine veränderte Bedeutung zukommt und dass das „Agglomerationsparadigma“ angesichts der hohen Bedeutung von (zumindest temporären) face-to-face Kontakten für die Generierung und den Austausch von Wissen aus einer neuen Perspektive zu beleuchten ist. Jedoch fehlt bisher eine explizit interdisziplinär ausgerichtete theoretisch-konzeptionelle Auseinandersetzung mit temporären Formen der Wissensgenerierung.

Hier setzt das Symposium „Revival of Places“ an. Während der Veranstaltung werden insbesondere zwei Aspekte der temporären räumlichen Nähe diskutiert:

  • zum einen die strategische Schaffung und Nutzung temporärer räumlicher Nähe zum Austausch von Wissen in Wirtschaftsroutinen (Prozesse),
  • zum anderen die gezielte Einrichtung von physisch‐räumlichen Kontexten (Orte) für die Wissensgenerierung.

Diese beiden thematischen Blöcke werden sowohl aus theoretisch-konzeptioneller Perspektive wie auch mit empirischen Beispielen beleuchtet.